Paralyse
Meistens fällt die Gesichtsmuskulatur komplett aus. D.h. alle Muskeln sind schlaff und die betroffene Seite fühlt sich schwer und unbeweglich an. In Ruhe und in Bewegung fällt eine massive Asymmetrie zwischen gesunder und betroffener Seite auf. Fachleute nennen den kompletten Ausfall von Muskelaktivität Paralyse.
Je kürzer die Phase der Paralyse dauert, desto besser sind die Heilungschancen.
Parese
Im Verlauf der Heilung kommen schrittweise Muskeltonus und einzelne Bewegungen wieder zurück. Das Gesicht wird durch den normalisierten Muskeltonus in Ruhe symmetrischer. Wenn Muskeln teilweise gelähmt oder etwas geschwächt sind, spricht man von einem paretischen Muskel oder einem paretischen Gesicht.
Falls niemals eine Paralyse bestanden hat, ist die Prognose besser als nach einer langen Phase der Paralyse.
vollständige oder inkomplette Heilung
Ob sich das Gesicht komplett erholt oder ob Restsymptome zurückbleiben ist abhängig von der Ursache der Lähmung und vom Schweregrad der Nervenschädigung.
Mögliche Szenarien der Heilung

Das Bild zeigt einen Mann beim Versuch, die Lippen zu runden.
Seine rechte Gesichtshälfte war ehemals gelähmt, zeigt nun nach aberranter Nervenaussprossung eine Vielzahl an Mitbewegungen.
Gleichzeitig mit der beabsichtigten Rundung der Lippen sind unter anderem folgende Synkinesien (gleichzeitige, unbeabsichtigte Aktivität) zu beobachten:
WICHTIG:
Die unkoordinierten, synkinetischen Bewegungen lassen sich durch individuelle Therapiebausteine deutlich reduzieren! In manchen Fällen ist der Einsatz von Botulinumtoxin hilfreich, um ungewollte Mitbewegungen zu reduzieren.
Die therapeutischen Schritte orientieren sich an der Phase der Regeneration. Die jeweiligen Massnahmen werden individuell an die Wünsche der Patient:in und die Ausprägung der Symptome angepasst.
Auschnitte aus dem Artikel "Die periphere Fazialisparese, Multiprofessionelle und spezialisierte Diagnostik und Therapie" (2023)
In der Betreuung von komplexen Heilungsverläufen wie bleibende Schlaffheit, bei Problemen rund ums Auge oder bei Synkinesie hat sich die enge Zusammenarbeit verschiedener Disziplinen bewährt. Je nach Symptomen und Handicaps, die eine Patient:in erlebt, bieten verschiedene Fachärzt:innen und Therapeut:innen gemeinsam Hilfestellungen an. So kann auch eine psychotherapeutische Unterstützung für manche Menschen hilfreich sein.
Das interdisziplinäre Team kann bestehen aus:
