Verlauf des Nervs

Der Nervus facialis (7. Hirnnerv) legt einen langen Weg zurück – vom Gehirn bis in die Gesichtsmuskulatur. Je nachdem, an welcher Stelle dieser Strecke eine Schädigung auftritt, unterscheidet man eine zentrale von einer peripheren Fazialisparese. Diese Unterscheidung ist wichtig, weil sich Ursache, Behandlung und Prognose deutlich unterscheiden.

1. Oberes Motoneuron (zentraler Anteil)

Die erste Nervenzelle oder das erstes Motoneuron liegt in der motorischen Hirnrinde und zieht von dort zum Hirnstamm.

  • Wird dieser Abschnitt geschädigt zum Beispiel durch einen Hirnschlag, spricht man von einer zentralen Fazialisparese.
  • Wichtiges Unterscheidungsmerkmal: Die Stirn- und Lidmuskulatur wird von beiden Hirnhälften gleichzeitig angesteuert. Bei einer zentralen Lähmung bleibt die Stirn deshalb meist beweglich und der Lidschluss meist intakt. Bei einer peripheren Lähmung ist dagegen die gesamte Gesichtshälfte betroffen, einschliesslich Stirn und Augenschluss.
  • Da beim Hirnschlag meist auch benachbarte Hirnareale betroffen sind, treten häufig weitere Symptome auf wie z. B. eine Halbseitenschwäche von Arm und Bein.
By Patrick J. Lynch, medical illustrator CC2.5 angepasst sho
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2. UMSCHALTUNG IM HIRNNERVENKERN

Die Nervenfasern werden im Hirnstamm auf die zweite Nervenzelle, das zweites Motoneuron, umgeschaltet.

 

  • Der motorische Kern des Nervus facialis liegt in der Pons, einem Abschnitt des Hirnstamms.
  • Erkrankungen genau in diesem kleinen Kerngebiet sind selten, können aber je nach Ausdehnung auch beidseitige Lähmungen verursachen.
By Patrick J. Lynch, medical illustrator CC2.5 angepasst sho
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3. Unteres Motoneuron (peripherer Anteil)

Ab hier spricht man vom zweiten Motoneuron bzw. peripheren Nervenanteil. Eine Schädigung ab dieser Stelle führt zur peripheren Fazialisparese (z. B. bei einer Bell-Lähmung, nach einer Herpes-zoster-Infektion oder im Rahmen einer Operation).

 

  • Die Fasern verlassen den Hirnstamm gemeinsam mit dem Hör-/Gleichgewichtsnerv  ziehen durch den inneren Gehörgang und verlaufen dann im knöchernen Fazialiskanal durch das Felsenbein.
  • Innerhalb des Felsenbeins zweigen Fasern ab für:
    • die Tränendrüse
    • die Geschmacksempfindung der vorderen zwei Drittel der Zunge
    • den Musculus stapedius im Mittelohr (dieser dämpft laute Geräusche – bei seinem Ausfall kommt es zu einer erhöhten Geräuschempfindlichkeit)
  • Nach dem Austritt aus dem Felsenbein verzweigt sich der Nerv fächerförmig über das gesamte Gesicht und steuert dort die mimische Muskulatur an.
By Patrick J. Lynch, medical illustrator CC2.5 angepasst sho
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CC-BY-SA 4.0 Andrea Kamphuis
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Motorische Fasern

Der motorische Anteil des Gesichtsnervs ist unter anderem verantwortlich für:

  • Brauen heben
  • Augenschluss
  • Nase rümpfen
  • Lippenbewegungen zum Lachen, Essen, Sprechen, ...