Motorische Fasern

fazialisparese

Mit wenigen Ausnahmen werden die Bewegungen des Gesichts vom Nervus facialis (7. Hirnnerv) gesteuert.

 

Ausnahme I

Der Augenlidheber (M. levator palpebrae superioris) wird durch den dritten Hirnnerv, N. oculomotorius, gesteuert. Der Lidschluss erfolgt dagegen über den M. orbicularis oculi, der vom Fazialisnerv innerviert wird. Deshalb kann das Auge bei einer Fazialislähmung geöffnet aber nicht geschlossen werden.

 

Ausnahme II

 

Die Kaumuskulatur, u. a. der grosse Kaumuskel (Masseter), wird vom fünften Hirnnerv, N. trigeminus (motorischer Ast, N. mandibularis), innerviert. Damit sind Kieferschluss-Bewegungen bei einer Fazialisparese nicht betroffen.

Patient mit peripherer Fazialisparese
By Patrick J. Lynch, medical illustrator CCby2.5

Ausfall

Bei einer kompletten Lähmung (Paralyse) ist es dem Patienten nicht mehr möglich, die betroffene Gesichtshälfte zu bewegen. Bei einer Parese oder inkompletten Lähmung zeigt sich eine geringere Beweglichkeit im Vergleich zur gesunden Gesichtshälfte. 

FolgeN

Auf der betroffenen Seite lassen sich beispielsweise beobachten:

  • fehlende Stirnfalten
  • fehlender Augenschluss
  • hängendes Unterlid
  • verstrichene Nasolabialfalte
  • hängender Mundwinkel

Auswirkung

Die Patient:innen leiden unter Schwierigkeiten:

 

  • beim Essen (v.a. orale Boluskontrolle)
  • beim Trinken (Austreten von Flüssigkeit aus dem Mundwinkel)
  • bei nonverbaler Kommunikation (Mimik)
  • beim Sprechen, insbesondere bei Lauten mit Lippenbeteiligung (z. B. p, b, m, f)