
Je nach Ursache der Fazialisparese kann die Grunderkrankung mit Medikamenten behandelt werden. Um die Gesichtslähmung möglichst günstig zu beeinflussen sind eine rasche Diagnose und ein rascher Beginn einer allfälligen medikamentösen Therapie wichtig. Je nach Erreger einer Infektion kommen unterschiedliche Medikamente zum Einsatz. FAUSTREGEL: Grundsätzlich ist die Prognose besser, je früher die medikamentöse Behandlung einsetzt.
Die häufigste Form der Fazialisparese ist die idiopathische Fazialisparese. Für diese Fälle empfehlen die aktuellen medizinischen Leitlinien eine rasche Behandlung mit Kortikosteroiden (z. B. Prednisolon), idealerweise innerhalb von 72 Stunden nach Beginn der Lähmung. Kortikosteroide begünstigen eine vollständige Rückbildung und senken das Risiko bleibender Folgen wie Synkinesien.
Lässt sich eine spezifische Ursache feststellen, wie zum Beispiel eine Infektion mit dem Varizella-Zoster-Virus (Ramsay-Hunt-Syndrom), wird die Behandlung mit einem virostatischen Medikament ergänzt. Neuroboreliose wird mit einer antibiotischen Therapie behandelt.
FAUSTREGEL: Die Prognose ist umso besser, je früher eine gezielte Behandlung beginnt.

Chirurgische Techniken können bei einer Fazialisparese in unterschiedlichen Situationen zum Einsatz kommen, beispielsweise:

Spezialisierte Gesichtstherapie wird vornehmlich von Logopäd:innen oder Physiotherapeut:innen mit einer entsprechenden Zusatzausbildung angeboten. Die Therapiebausteine richten sich nach der Phase der Regeneration. Die Therapie wird anhand der individuellen Symptome und Wünsche der Patient:in geplant und zielt auf eine bestmögliche Wiederherstellung der Symmetrie in Ruhe und in Bewegung ab.
Je nach Stadium und Dauer der Regeneration kann die Therapie folgende Elemente beinhalten:
Die therapeutischen Schritte orientieren sich immer an der Phase der Regeneration und den individuellen Symptomen der Patient:in.
Auschnitte aus dem Artikel "Die periphere Fazialisparese, Multiprofessionelle und spezialisierte Diagnostik und Therapie" (2023)

Es gibt zahlreiche alternative Behandlungsmöglichkeiten, die in den evidenzbasierten Leitlinien zur Behandlung der peripheren Fazialisparese nicht erwähnt werden.
AKUPUNKTUR
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird Akupunktur häufig zur Behandlung akuter peripherer Gesichtslähmungen eingesetzt. Die wissenschaftliche Studienlage zur Wirksamkeit ist uneinheitlich: Ein Cochrane-Review konnte aufgrund methodischer Mängel der vorhandenen Studien keine gesicherte Aussage zur Wirksamkeit treffen, während neuere Meta-Analysen auf einen möglichen, aber unsicheren Nutzen hinweisen. Die aktuelle deutsche Leitlinie stuft den Nutzen von Akupunktur bei Fazialisparese insgesamt als wissenschaftlich nicht belegt ein.
OSTEOPATHIE oder CRANIOSAKRALTHERAPIE
Einzelne Patient:innen berichten von positiven Erfahrungen nach einer Behandlung bei ausgewiesenen Fachpersonen. Wissenschaftliche Wirksamkeitsnachweise für die periphere Fazialisparese fehlen bislang.
WEITERE THERAPIEN
Achten Sie auf eine seriöse Ausbildung der Therapeut:innen. Besprechen Sie geplante Massnahmen ausführlich und informieren Sie Ihre behandelnde Ärzt:in über zusätzliche Therapien, die Sie in Anspruch nehmen.
Seien Sie vorsichtig bei Therapieangeboten, die eine vollständige und rasche Heilung der Gesichtslähmung versprechen.
