Mögliche Ursachen einer peripheren Lähmung

mögliche Ursachen (Darstellung AI-generated by sho)
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Übersicht über die häufigsten Ursachen einer peripheren Lähmung

 

WICHTIG: diese Tabelle dient der groben Übersicht und ist keineswegs abschliessend.

 

  Ursache der Lähmung Anmerkungen
ohne Nachweis einer Ursache idiopathische Fazialisparese oder Bell-Parese

die häufigste Ursache

betrifft rund 60-75% aller peripheren Lähmungen

rasche Kortikosteroid-Behandlung nötig

     
entzündliche Ursachen Neuroborreliose

durch Zeckenstich übertragen, deshalb saisonal gehäuftes Auftreten

Lumbalpunktion zur Diagnose erforderlich

antibiothische Therapie

  Herpes zoster oticus oder Ramsay-Hunt-Syndrom

oft mit Ohrschmerz oder Bläschen im Ohr verbunden

rasche antivirale Therapie erforderlich

  Viren wie Varizella-Zoster-Viren (verursacht als Erstinfektion Windpocken), Herpes simplex, SARS-CoV-2, HIV und andere seltener als die oben genannten Ursachen
  Otitis media oder Mittelohrentzündung  HNO-ärztliche Untersuchung
     
traumatische Ursachen Felsenbeinfraktur, Schädelbasisbruch gegebenenfalls ist eine operative Intervention nötig
  Gesichtsverletzungen wie Hundebiss oder Messerstich je nach Nervenverletzung ist eine rasche Nervenrekonstruktion nötig
     
Autoimmunerkrankung Guillain-Barré-Syndrom

meist mit weiteren motorischen Ausfällen verbunden

häufig sind beide Gesichtshälften betroffen

     
Neoplastisch oder tumorös Schannome des N. facialis oder des N. vesibularis, Meningeome, Glomustumor

weitere Hirnnerven können betroffen sein

meist schleichender Beginn der Gesichtslähmung

  Tumore der Schädelbasis oder der Ohrspeicheldrüse (Parotis) meist schleichender Beginn der Gesichtslähmung
     
weitere, seltene Ursachen Sarkoidose, Morbus Wegener, Sjögren Syndrom, Melkersson-Rosenthal-Syndrom, kongenitale Syndrome wie Möbius-Syndrom und andere insbesondere bei wiederholt auftretenden Lähmungen ist an Melkersson-Rosenthal zu denken
     

begünstigende Faktoren

Diabetes mellitus

insbesondere in Kombination mit Bluthochdruck
  Schwangerschaft oder frühes Wochenbett erhöhtes Risiko in der Spätschwangerschaft