Die Suche nach der Lokalisation und der Ursache einer peripheren Fazialisparese ist für eine rasche und erfolgreiche Behandlung ausschlaggebend.
Welche Symptome eine betroffene Person zeigt, kann Hinweise darauf geben, an welcher Stelle der Nerv geschädigt ist. Man spricht hier von der sogenannten topodiagnostischen Untersuchung
Ausschliesslich motorische Ausfälle sprechen für eine Schädigung nach dem Austritt des Nervs aus dem Schädelknochen, also im letzten, extrakraniellen Abschnitt.
Diese Zuordnung ist ein grober klinischer Anhaltspunkt und kein sicherer Beweis: Studien zeigen, dass topodiagnostische Tests den Ort der Schädigung nicht immer zuverlässig vorhersagen, während der Stapediusreflex-Test sich in grösseren Kohorten als recht verlässlicher prognostischer Marker für den Heilungsverlauf gezeigt hat. In der Praxis werden diese Tests deshalb meist ergänzend zu Bildgebung und weiteren Untersuchungen eingesetzt.

Zusammen mit Angaben zum zeitlichen Verlauf der Lähmung (plötzlich oder schleichend einsetzend) und zu Begleitsymptomen wie Schwindel, vorausgegangenem Sturz oder anderen Erkrankungen wird nach der Ursache der Lähmung gesucht. Bei Verdacht auf eine Infektion erfolgt meist eine Blutuntersuchung, gelegentlich auch eine Untersuchung des Liquors (Nervenwasser). Nach Unfällen oder bei Verdacht auf eine tumoröse Ursache kommen bildgebende Verfahren wie Ultraschall, Röntgen, CT oder MRI zum Einsatz.
